Skip to main content

Skifahren und Alkohol

Alkohol im Skiverkehr

Skifahren und AlkoholWer kennt nicht den schlauen Spruch: „Auf der Alm do gibts ka Sünd?“ Der hat allerdings keine Gültigkeit wenn Sie angetrunken auf der Skipiste unterwegs sind. Der Großteil der Verkehrsteilnehmer, ob sie nun mit dem PKW oder einem Zweirad unterwegs sind, meiden den Alkohol im Straßenverkehr. Allerdings sieht es auf den Pisten häufig ganz anders aus. Auch dort werden enorme Geschwindigkeiten erreicht und trotzdem jagt so manches Skihaserl oder so mancher Abfahrer mit den Restpromillen des letzten Jagatees im Blut, über die Skipiste. Der Alkoholgenuss kann dazu beitragen, dass der ein oder andere Skifahrer meint er wäre ein zweiter Hermann Maier, sodass er ohne auf andere Wintersportler Rücksicht zu nehmen, die Piste hinunter prescht. In familienfreundlichen Wintersportgebieten, in denen Eltern mit Ihrem Nachwuchs genussvoll dahingleiten, stellen diese rücksichtslosen Zeitgenossen eine echte Gefahr da. Schuld daran ist häufig der Einkehrschwung bei Glühwein und Jagatee.

Tipp: Testen Sie im Zweifelsfall den Restalkoholspiegel mit einem Alkoholtestgerät*.

Alkohol und Skifahren vertragen sich nicht

In der Ausgabe des österreichischen Kuriers vom 21. März 2013 konnte man lesen, dass laut einer Untersuchung des Kuratoriums für Verkehrssicherheit, zwanzig Prozent aller Skifahrer und Snowboarder alkoholisiert sind. Das heißt, dass ihr Alkoholpegel bei mehr als 0,5 Promille liegt, wie Klaus Robatsch, der KfV-Bereichsleiter vernehmen ließ. Weiters wusste er zu sagen, dass die meisten Angetrunkenen nach 16 Uhr unterwegs waren. Durch die Selbstüberschätzung von so manchen Pistenraudi – männlich wie weiblich, kommt es immer wieder zu unerfreulichen Situationen und im schlimmsten Fall sogar zu tödlichen Unfällen.

Strafen bei Skifahren unter Alkoholeinfluss

Jeder Skifahrer hat eine Sorgfaltspflicht und muss deshalb in der Lage sein zu bremsen und auszuweichen, wenn es die Situation erfordert. Auf der Piste gelten die FIS-Regeln.

Skifahren auf den besten PistenSobald es kracht und der Skifahrer unter Alkoholeinfluss steht, wird in der Regel auch der Haftpflichtschutz aufgehoben. Das liegt daran, dass der Fall meist nicht mehr unter das Zivilrecht, sondern unter das Strafrecht fallen wird. Hat der Unfallverursacher fahrlässig oder eventuell vorsätzlich gehandelt, kann es zu Freiheitsstrafen bis zu zehn Jahren kommen (allgemeine Regel im Strafgesetzbuch für den Wintersport). Außerdem hat der Anspruch auf Schadenersatz sowie Schmerzensgeld, der nicht selbst gegen die Verhaltensregeln verstoßen hat (Zitat aus einem Urteil des Oberlandesgerichts Dresden Az. 7 U 1994/03). Zudem liegt es im Ermessen der Gerichte, ob das Verhalten auf der Skipiste als vorsätzlich ausgelegt wird, da nach dem Zuführen von Alkohol eventuell Verletzungen anderer Wintersportler billigend in Kauf genommen wurden. Am Ende wird es im Zweifel auf den Alkoholspiegel* ankommen, meint der ADAC-Jurist Kuhn. Obwohl es in den Skigebieten im Allgemeinen keine feste Promille-Grenze gibt, kann der Pistenbetreiber von seinem Hausrecht Gebrauch machen und den angetrunkenen Skifahrer vom Hang weisen. Dann wird auch der Skipass für diesen Tag abgenommen. Dasselbe gilt für Personen die offensichtlich unter Drogeneinfluss stehen.

Die FIS-Regeln müssen eingehalten werden

Die FIS-Regeln müssen auf der Piste eingehalten werden, sonst kann es teuer werden. Klicken Sie bitte auf folgenden Link, mit den FIS-Verhaltensregeln für Skifahrer und Snowboarder. Dort heißt es nämlich: https://www.ski-online.de/stiftung-sicherheit/fis-verhaltensregeln/fis-regeln-alpin.html. Es handelt sich dabei um keine gesetzlichen- oder gesetzesähnlichen Regelungen. Allerdings kann die Einhaltung sowohl vor dem Zivil- als auch vor dem Strafgericht mit berücksichtigt werden. Begehen Sie im angetrunkenen oder im nüchternen Zustand Unfallflucht oder verweigern Sie einem Verunglückten Ihre Hilfe, wird das wie im Straßenverkehr verfolgt. Unter Punkt 9 der FIS-Regeln ist zu lesen, dass bei Unfällen Skifahrer und Snowboarder zur Hilfeleistung verpflichtet sind.

Wer sich betrinkt sollte nicht auf seine Bretter steigen

Skifahren bringt viel Spaß im SchneeDamit alle entspannt über die Skipisten gleiten oder brettern können, gibt es genaue Regeln die eingehalten werden müssen. Diese gelten auf den Skihängen weltweit. Am Ende läuft es darauf hinaus, dass bei der nötigen Rücksichtnahme Skifahrer und Snowboarder ihren Spaß haben. Nur weil Sie auf dem Skihang Alkohol trinken, machen Sie sich noch nicht strafbar. Sobald Sie aber betrunken Ski fahren, schaffen Sie eine Gefahrenquelle. Kommt es zu einem Skiunfall, haben Sie nicht die notwendigen Vorkehrungen getroffen, um diese abzuwenden. Es läuft darauf hinaus: Wenn Sie trinken wollen, sollten Sie nicht Ski fahren – tun Sie es doch, wird diese Tatsache bei der Feststellung der Schuldfrage mit ein fließen. Die erste FIS-Regel besagt nämlich, dass sich ein Skifahrer und Snowboarder auf der Piste so zu verhalten hat, dass kein anderer gefährdet oder geschädigt wird. Die zweite Regel besagt zudem, dass jeder Wintersportler seinen Fahrstil und seine Fahrgeschwindigkeit beherrschen muss.

TIPP: Alkoholkonsum und Ski fahren vertragen sich nicht. Leichtsinnige Skifahrer, die angetrunken abseits der Pisten unterwegs sind, können bei einem Unfall auch leichter erfrieren.

Fazit

Ein unter Alkoholeinfluss herbei geführter Skiunfall kann für den Verursacher weitreichende Konsequenzen haben. Der wärmende Jagatee und der Glühwein haben bei der Abfahrt nichts verloren. Durch den Genuss von Alkohol wird das eigene Können häufig überschätzt und die Gefahren werden leichtsinnig unterschätzt.


Ähnliche Beiträge