Skip to main content

Verhalten bei Lawinen

Kleine Lawinenkunde

Die besten Skibrillen im Vergleich„Was ist weiß und stört beim Essen?“, solche und ähnliche Witze machen wohl nur Leute, die noch nie reale Erfahrungen mit Lawinen gemacht haben. Denn eine Lawine kann einem das Leben kosten. In Wirklichkeit ist dies meistens so. Zwei von drei verschütteten Lawinenopfern überleben den Unfall nicht. Was viele Wintersportler nicht beachten, ist die Tatsache, dass Lawinen kein seltenes Phänomen darstellen. Sie sind eine alltägliche Gefahr.

Dem Lawinenwarndienst Bayern obliegt die Aufgabe, Lawinen frühzeitig vorauszusagen und abzuschätzen. Täglich werden auf der Webseite des Dienstes neue Lawinenberichte online gestellt. Der Lawinenwarndienst in Bayern ist darauf bedacht Katastrophen möglichst zu vermeiden und dies ebenso den Sportlern in den Wintermonaten zu erleichtern.

Wie man eine Lawine rechtzeitig am Berg erkennt, wie Sie im Ernstfall reagieren sollten und welche Ausrüstung dabei behilflich ist, erfahren Sie hier!

Gefahrenmuster bei Lawinen

  • Tiefer, brüchiger Belag aus dem Frühwinter
  • Gleitschnee
  • Regen
  • Temperaturunterschiede während Niederschlägen
  • Niederschlag nach langer Kältephase
  • Leicht zerfallender Schnee und Wind
  • Viel Schnee neben wenig
  • Mit Schnee überdeckter Oberflächenreif
  • Mit Schnee überdeckter Graupel
  • Frühlingswetter

Auf schattigen Hängen besteht häufig die Gefahr von altem Schnee, welcher durch neuen überdeckt wurde. Diese beiden Schichten verbinden sich schlecht miteinander, wodurch Lawinen begünstigt werden. Gleitschneemäuler sind ebenso Risikofaktoren für Unglücke.

Eion Lawinenrucksack kann Ihr Leben rettenDas am besten erkennbare Gefahrenmuster ist Regen. Er vergrößert das Gewicht der Schneedecke wesentlich, während er die Stabilität mindert. Dadurch führt die Gravitation leicht zu Schneeabgängen. Auch wenn die Temperatur stark schwankt, während Neuschnee fällt, ist der Festigkeit der Schneedecke nicht geholfen. Im Gegenteil steigt die Lawinengefahr innerhalb der darauffolgenden Tage wesentlich an.

Bereits die lange Kälte allein lässt das Risiko rapide ansteigen. Denn egal, ob Wind, Schneefall oder plötzlicher Temperaturanstieg, die Schneeschichten lösen sich viel besser, wenn die unteren zuvor unterkühlt waren. Wind ist generell ein warnendes Zeichen am Berg. Werden die lockeren Schneemassen über hohe Kämme geweht, sei alle Vorsicht geboten!

Ist die Schneedecke eher dünn, sind die Schwachstellen leichter zu stören. Eine Kleinigkeit kann genügen, um die Lawine auszulösen. Besonders gefährlich ist dieses Muster, wenn in der Nähe trotzdem Stellen mit viel Schnee vorhanden sind. Oberflächenreif und Graupel sind Warnzeichen. Hat man sie entdeckt, sollte man sich nach dem nächsten Schneefall von der besagten Stelle fern halten.

Von Februar bis Mai sollten die Nächte trocken und klar sein. Außerdem steigt das Risiko durch die Sonneneinstrahlung in dieser unsicheren Zeit von morgens bis abends rasant an.

Wie verhalte ich mich richtig, wenn mich eine Lawine erfasst?

Skifahren mit Skimaske macht doppelt SpaßGerät man in einen Lawinenabgang, sollte man auf der Stelle seine Ausrüstung zum Lawinenschutz verwenden. Ist diese nicht vorhanden, müssen Stöcke, Rucksack und Ski in der Lawine abgeworfen werden. Anschließend sollten Sie sich mit Schwimmbewegungen versuchen möglichst weit oben zu halten. Wenn die Lawine langsamer wird, ist es wesentlich mit den Händen eine Atemhöhle vor Nase und Mund zu bilden. Gehen Sie nun in die Hocke, halten Sie die Arme vor der Brust. Verschüttete sollten beginnen laut zu schreien, sobald sie Stimmen vernehmen.

Wie kann ich bei einem Lawinenunglück helfen?

Wer ein Lawinenunglück aus der Ferne beobachtet und meint Menschen darin zu erkennen, sollte unbedingt versuchen diese im Auge zu behalten. Es ist von unschätzbarem Wert für die Einsatzkräfte, wenn sie eine ungefähre Ahnung haben, wo sich der Verschüttete mit seiner Skiausrüstung in der Lawine befindet.

Sind Sie allerdings ganz in der Nähe des Unglücksortes, so dürfen Sie keinesfalls Zeit verlieren! An erster Stelle steht, wie in der Ersten-Hilfe, die eigene Sicherheit. Die Bergrettung muss verständigt werden. Als nächstes stecken Sie den Bereich ab, wo die verschütteten Lawinenopfer vermutet werden. In kürzester Zeit muss mit den Grabungsarbeiten begonnen werden. Es gilt zuerst den Kopf des Verschütteten freizulegen.

Ausrüstung zum Lawinenschutz

Es gibt Airbags, die man sich bequem auf den Rücken schnallen kann. Dieser Lawinenschutz besteht aus zwei Ballons, die seitlich in einem Rucksack inegriert sind und durch eine Leine betätigt werden können. Sie wiegen nicht viel und befördern einen im Fall eines Lawinenunglücks an die Oberfläche der Schneemenge.

Eine Skitasche ist praktisch, da das Equipment gut untergebracht ist.Eine Avalung-Weste* steigert ebenfalls die Überlebenschance in einer Lawine. Dazu muss während dem Abgang in das Mundstück gebissen werden. Dieses ermöglicht es dem Opfer, selbst wenn es komplett verschüttet ist, im Schnee zu atmen. Dadurch wird die mögliche Suche deutlich verlängert.

Der Lawinenball macht jeden Verschütteten sofort sichtbar. Es handelt sich um einen leichten Ball, der sich aufklappt und an der Oberfläche der Schneemasse bleibt. Er stellt eine sichere Verbindung zu der Person im Schnee dar, weil er durch eine Leine mit dem Rucksack des Betroffenen verbunden ist.

Selbst wenn der Vermisste keine Ausrüstung mit hat, die ihn schützen könnte, ist das Recco Schutzsystem* eine mögliche Hilfe. Es ist ein Radargerät, welches in den Reflektoren der Skikleidung verbaute Teile orten kann. Dadurch steigt die Chance neben dem Lawinenverschütteten-Suchgerät den Betroffenen zeitgerecht zu finden, um ihn ausgraben zu können.


Ähnliche Beiträge